Kapitel 4 – Der Wüstensand
Es ist Mittlerweile die Nacht hereingebrochen und Robert säubert gerade ein Gewehr.
Sorgfältig reinigt er alles und setzt die abgenommen Teile wieder ans Gewehr.
Er denkt über den Tag nach – er muss noch an diesen Vorfall mit dem Eingang denken.
Das hätte ins Auge gehen können.
Er stützt seinen Kopf auf seiner Hand ab und grübelt.
Patrona Fossor – er musste auch sie denken.
Sie hat etliche Male ihn davor gewarnt die Grabkammer zu öffnen.
„Oh ja das habe ich!“ war plötzlich die Stimme von Patrona Fossor zu hören.
Robert blickt auf und erschreckt sich.
Da war sie – Patrona Fossor.
Eine Frauengestalt, umhüllt in einem schwarzen Gewand und Tüchern die sich leicht in der Luft bewegten.
Jeder kleine Windhauch streifte ihr Gewand und ließ es magisch flattern – fast schon schweben.
Um ihren Hals trug sie eine kunstvolle Kette aus Gold und Lapislazuli mit Hieroglyphen darauf.
Und sie konnte anscheinend Gedanken lesen!
Sie kam einen Schritt näher.
„Ihr habt die Grabkammer geöffnet und somit den Fluch auf euch gelenkt! Sie werden kommen und euch töten – tööööteeeen!“
Ihre Stimme verhallte.
„Wer wird uns töten?“ fragte Robert sie ängstlich.
Er saß mittlerweile auf einem Stuhl und konnte sich kaum bewegen, so als wenn er gefesselt wäre – dabei war es nur die Angst die ihm Luft zum Atmen nahm und ihn zusätzlich lähmte.
„Sie kommen von weit unten aus den Hallen an die Oberfläche und werden Unheil über die Erde bringen! Aber nur wenn ihr einen Schritt zu weit geht. Noch sind sie dort unten gefangen – gefangen in den Hallen der Toten. Ihr dürft diese Hallen nicht betreten – sonst werdet ihr einen qualvollen Tod sterben. Gebt also acht – ihr habt schon genug Unheil angerichtet!“
Ihre Augen leuchteten grell.
Robert konnte kaum atmen.
„Ich werde euch im Auge behalten!“ sprach sie und zeigte bedrohlich auf ihn.
Dann hebt sie ihre Hand und ein grelles Licht schien sich über ihrer Handfläche zu entwickeln.
Es war so hell, dass Robert sich die Hände vor seinen Augen halten musste.
In einer monströsen und tiefen Stimme fügte dann Patrona Fossor noch hinzu: „Solltet ihr zu weit gehen, wird es mir ein Vergnügen sein euch zu vernichten!“
Und dann verschwand sie mit einem grellen aufblitzen und aufwirbelnden Sand.
Robert saß auf seinem Stuhl und konnte immer noch nicht richtig Luft holen.
Er war zu sehr erschrocken und geschockt durch das plötzliche Auftauchen von Patrona Fossor.
Als er sich langsam wieder gesammelt hatte, kam Professor Ladsky in sein Zelt rein gestürmt.
„Was war das? Alles in Ordnung mit dir? … Dieses Licht …“
„Es war Patrona Fossor!“ unterbrach Robert den Professor.
„Bitte?“ – „Und das Licht?“
„Das war auch sie! Sie droht uns zu vernichten, wenn wir zu weit gehen sollten!
Dieses Licht ist wahrscheinlich ihre Waffe.“
„Patrona Fossor! Die gibt es gar nicht – das hatte ich doch letztens erklärt!“
„Doch sie gibt es Professor – wer sonst sollte vor mir gestanden haben? Eine Fatamorgana bestimmt nicht!“
„Du fantasierst Robert! Die Hitze hat dir ganz schön zugesetzt – ich glaube du solltest morgen besser nicht mit in die Grabkammer hinuntersteigen!“
„Oh doch Professor das werde ich!“
„Gut wenn du meinst, aber solltest du auch nur noch einmal von Patrona Fossor anfangen – dann kannst du wieder zurück zu unserem Lager kehren! Ich lasse es nicht zu, dass du alle anderen verrückt machst mit deinen Fantasie-Einbildungen – IST DAS KLAR!“
Robert nickte nur und der Professor ging aufgebracht aus seinem Zelt.
Robert legt sich auf seinen Schlafsack und seine Augen fallen ihm sofort zu.
So schnell, dass er keine Zeit mehr zum Nachdenken hatte.
» Fortsetzung folgt





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